TU Sparkasse Schwaz - Volleyball
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Über die historische Entwicklung des Volleyballsports
unter besonderer Berücksichtigung der regionalen Aspekte
Tirol, 2007, © tuschwaz
Vorwort
Sportwissenschafter in aller Welt haben in den vergangenen Jahrzehnten viele historisch bedeutende Funde gemacht. Durch die Auswertung dieser Entdeckungen ist es endlich möglich geworden, in die bisher wirren Fäden einen Knoten zu machen, um Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, ein möglichst vollständiges Bild der geschichtlichen Entwicklung der vermeintlich jungen Sportart Volleyball zu präsentieren.
Wie die alljährlich durchgeführten statistischen Umfragen aller nationalen und internationalen Sportverbände immer wieder aufs Neue zeigen, ist Volleyball die Sportart Nummer 1 auf unserem Planeten. Volleyball weist weltweit die bei weitem größte Zahl an Aktiven auf. Ein besonderer Aspekt dieser Statistiken ist die Tatsache, dass bereits jeder vierte aktive Volleyballer Chinese ist. Interessanterweise hat sich das auf das Spielermaterial der in Tirol ansässigen Vereine bisher noch nicht ausgewirkt. Die Ursachen der Beliebtheit sind unter anderem in den weit zurückliegenden historischen Wurzeln dieses Sports zu finden, über die in den folgenden Abschnitten zu berichten sein wird.
Wie es begann Als offiziellen Erfinder des Volleyballspiels findet man in der Fachliteratur den amerikanischen Sportlehrer W. C. Morgan, der im Jahre 1895 für seine Collegestudenten ein scheinbar neues Spiel entwickelte. In Wahrheit begann die Geschichte des Volleyballsports bereits lange vor der Geschichte der Menschheit. Als zwei Affen zum ersten Mal und rein zufällig Freude daran fanden, eine Kokosnuss über eine quer hängende Liane zu werfen, wurden bereits die Grundlagen für den modernen Volleyballsport gelegt (Abb.1). An diese Zeit erinnert der heute in vielen Sportarten übernommene Ausdruck Play-Off. Ürsprünglich Play-Aff genannt.
![]() Forschungen aus der vergleichenden Bewegungslehre zeigen eindeutig, dass es bei Primaten, vor allem bei Männchen, eine Reflexbewegung gibt, die eine wichtige Körperstelle schützen soll. Unterarme und Hände werden dabei vor dem Unterleib zusammengeführt. Für den Fachmann lässt sich unschwer das so genannte Baggern (unteres Zuspiel)
erkennen, auch wenn sich die Bedeutung des Reflexes geringfügig geändert hat.
![]() Vorchristliche Hochkulturen
Die ersten schriftlichen Überlieferungen stammen aus der Blütezeit der ägyptischen Hochkultur. Die Abbildung 3 zeigt einen Ausschnitt aus einem Felsenrelief, das in der Grabkammer eines Hohenpriesters aus dem 7. vorchristlichen Jahrhundert entdeckt wurde. Es zeigt den Hohenpriester „Tut ench Angab“ beim Service von unten.
![]() Die Schriftzeichen neben seiner Darstellung sind selbst für den unkundigen Hieroglyphen-Leser leicht zu übersetzen. In der ersten Zeile heißt es zum Beispiel: Wer dem Schiedsrichter den Vogel zeigt, kann sich brausen gehen. Spielberichte gab es zur damaligen Zeit noch nicht, da das Einmeißeln der Schriftzeichen sehr mühsam war und viel zu lange dauerte.
Die Bibel
Wesentlich bessere und vor allem vollständige Berichte tauchen Jahre später in der Bibel auf. Im Neuen Testament findet man Anweisungen eines Trainers: „Und es sprach der Herr zu den Seinen: Spannt die Netze auf und tut, wie ich euch gesagt habe.“ Ein sprachliches Überbleibsel aus der christlichen Urkirche ist der Begriff Hechtbagger, der Einfachheit halber oft nur „Fisch“ genannt.
![]() Dass es damals auch schon Spielertransfers gab, beweist der Bericht aus dem Alten Testament, wo es heißt: „ . . . und so wurde Josef von seinen Brüdern an Ägypten verkauft.“ Erste Hinweise gibt es aus dieser Epoche auch, was die Tätigkeit von Schiedsrichtern betrifft. Und zwar in Form einer Prophezeiung, einer damals durchaus üblichen Ausdrucksform. „ . . und es wird ein Mann kommen, und er wird sein in schwarzes Tuch gehüllt und er wird sprechen: Ich will Zwietracht unter euch säen.“ So kam es zu den schweren Ausschreitungen beim israelischen Cupfinale zwischen Sodom und Gomorrha. Die Bibel ist also eine wahre Fundgrube für den engagierten Forscher.
Das Alte Rom
Blättern wir nun aber weiter in der Geschichte zum römischen Imperium. Absoluter Beherrscher der damaligen Volleyballszene war zweifellos Julius Caesar. Mit seinem Schlachtruf: Ich kam, sah und siegte! (lat.: risi, bisi, ramazotti!) versetzte er seine Gegner in Angst und Schecken und blieb einige Saisonen lang ungeschlagen. Erst sein Freund Brutus konnte die Siegesserie beenden, worauf sich Julius Caesar in seine Familiengruft zurückzog. Die Handzeichen der Schiedsrichter unterschieden sich von den heute üblichen. Das Ende eines Spiels wurde zum Beispiel mit dem nach unten gerichteten Daumen der zur Faust geballten Hand angezeigt.
Bei den Ausgrabungen von Pompeji, die aus dieser Epoche stammen, trat ein sensationeller Fund zutage: eine Steinkugel! Anfangs noch als Katapultgeschoß eingestuft, musste der Fund unter dem Druck der neuen Erkenntnisse umgedeutet werden. In Fachkreisen ist man inzwischen überzeugt davon, dass es sich um einen versteinerten Volleyball handelt. Es ist dies der älteste Fund seiner Art, allerdings dürfte es im Raum Schwaz, namentlich bei der Turnerschaft Schwaz, einige Bälle geben, die bald ein ähnlich hohes Alter erreicht haben werden.
Das Mittelalter
Im Mittelalter stagnierte die Entwicklung des Volleyballsports etwas. Die schwere Spielkleidung und der ebenfalls aus Eisen bestehende Ball ließen kein dynamisches Spiel entstehen. Lange Ballwechsel waren selten. Durch den enormen Kampflärm konnten sich die Schiedsrichter kaum durchsetzen. Die raue Spielweise machte erstmals den Einsatz von Ersatzspielern notwendig. Sieger war die Mannschaft mit dem letzten Überlebenden.
Trotz vieler Rückschritte machte man sich bereits in der Mitte des 15. Jahrhunderts Gedanken über die Verletzungsgefahr während des Spiels. Besonders das Übertreten der Mittellinie war den Verantwortlichen ein Dorn im Visier. Um den direkten Körperkontakt zwischen den Gegnern gänzlich zu unterbinden, errichtete man zwischen den Spielfeldhälften eine 50 cm dicke Mauer. Diese Neuerung hielt (sich) aber nicht lange (siehe Abb. 5).
![]() Im Jahr 1492, zur selben Zeit, als Christoph Globus den Volleyballsport nach Amerika brachte, wurde von einem Alchimisten ein Netz entwickelt, das auf der Seite des Gegners um einen halben Meter höher war als auf der eigenen Seite. Eine bahnbrechende Erfindung, die aber leider in den Wirren des dreißigjährigen Krieges wieder verloren ging.
Mit der Erfindung des Schießpulvers ging die Entwicklung des Spiels dann wieder explosionsartig aufwärts.
Die Aufklärung
Jean Jacques Rousseau führte im 18. Jahrhundert eine neue Spielregel ein, die erst am Ende des 20. Jahrhunderts wieder aufgehoben wurde: Der Ballkontakt unterhalb der Gürtellinie war nicht erlaubt! Darum nennen wir diese Epoche die Zeit der Aufklärung. Es kam in der Folge zu verschiedenartigsten Auswüchsen. Manche Teams wollten auf die Gürtellinie überhaupt verzichten. Diese Mode setzte sich aber nicht durch, weil das natürliche Schamgefühl die Bewegungsfreiheit stark einschränkte.
![]() Die Revolution
In der Zeit der französischen Revolution wurde sehr kopflos gespielt – Taktik war nicht gefragt. Erst mit Napoleon kam es wieder zu sportlichen Höhenflügen. Auch wählte er sich selbst zum Vorsitzenden des europäischen Volleyballverbandes und gründete den Vorläufer des heutigen Europacups. Im Semifinale des Jahres 1809 schlug er mit seiner Mannschaft im Innsbrucker Berg-Isel-Stadion die Tiroler Auswahl unter Andreas Hofer. Das Finale wurde beim Wiener Kongress von Fürst Schmetternich kurzfristig nach Waterloo verlegt, wo Napoleon, ohne den gewohnten Heimvorteil, knapp mit 2:3 verlor. Auf der Insel St. Helena beendete er seine aktive Laufbahn.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts stellte der österreichische Kaiser Franz-Josef dann die berühmte Frage: „Ja, dürfen’s denn das?“ – Als niemand diese Frage ausreichend beantworten konnte, sprach er ein generelles Spielverbot aus, und der Volleyballsport geriet wieder in Vergessenheit. So konnte, wie eingangs erwähnt, im Jahre 1895 der Amerikaner W. C. Morgan dieses Spiel neu erfinden. Von Amerika aus trat es seinen Siegeszug um die ganze Welt an. Bis zum heutigen Tag geht dieser Aufwärtstrend weiter. Ein Ende ist nicht abzusehen.
Beachvolleyball
In den letzten Jahrzehnten führte der Beachvolleyballsport zu einem zusätzlichen Entwicklungsschub, der Millionen Menschen aktiv und passiv begeistert. Der besonders hautnahe Kontakt zur Natur in Form von Sonne, Strand und Meer, und das Gemisch aus Baumaterial und Sonnencreme verleiht diesem Trendsport ein eigenes Flair. Wer liebt das nicht? Das Knirschen zwischen den Zähnen, den Geruch von Sonnencreme und Schweiß, und . . . Sand in allen Körper- und Kleidungsöffnungen!
Interessante und durchaus beabsichtigte Folgen hatten die Bekleidungsvorschriften für Teilnehmerinnen an internationalen Topturnieren. Durch die Verkleinerung der Hosen auf die Hälfte konnten die Einschaltziffern bei TV-Übertragungen verdoppelt werden. Die Feministinnen knirschen mit den Zähnen – und das nicht nur wegen des Sandes.
Mixed-Turniere
![]() Ein Ausblick in die nahe Zukunft
Zum Schluss noch ein hochinteressanter Blick in die Zukunft. Laut einer computergestützten Prognose, in der alle sportspezifischen statistischen Untersuchungen einfließen, wird es im Volleyballsport weiter nach oben gehen. Im Jahr 2050 wird praktisch die gesamte Erdbevölkerung diesen Sport ausüben. Die Tendenz ist heute schon spürbar. Waren es in der Frühgeschichte noch die Affen, später dann meist nur hochrangige Persönlichkeiten, die den Volleyballsport prägten, so kann heutzutage eigentlich jeder mitspielen, egal ob er ein Affe ist oder nicht.
neue erkenntnisse zum "gemeinen volleyballer" eine evolutionsgeschichtliche betrachtung des "homo volleyballensis" weltweit ist der homo volleyballensis sehr verbreitet. er lebt beinahe in allen klimazonen der erde. sehr vielfältig ist sein erscheinungsbild. entwicklungsgeschichtlich kann der ursprung des homo volleyballensis noch vor dem homo erectus - dem aufrechtgehenden menschen - angesiedelt werden. diese datierung ist deshalb so wahrscheinlich, weil sich der homo volleyballensis nicht für längere zeit aufrecht halten kann. seine ständig gebückte haltung lässt darauf schließen, dass er zeitlich vor dem aufrechtgehenden homo erectus aufgetreten ist. das oft nervös wirkende herumgezucke, das sein verhaltensbild prägt, legt die vermutung nahe, dass der homo volleyballensis in einer äußerst gefährlichen umgebung lebte und seinen zeitgenossen als beute diente. diese vermutung wird auch durch das auffällige herdenverhalten unterstützt. ein dominantes herdenmitglied - meist ein männchen mit einer differenziert gestalteten fellzeichnung - positioniert sich auf einer erhöhung und beobachtet die herde und ihre umgebung. er duldet keine art von aufmüpfigkeit in seiner herde. bei einem vergehen gegen die sippenregeln wird der übeltäter sofort "zusammengepfiffen". die im raum schwaz angesiedelte gattung des homo volleyballensis tyrolensis (Abb. 8) fällt durch die in unregelmäßigen abständen sich ändernde fellzeichnung auf. in den anfangsstadien hatte das grelle gelborange mit rotblauen und grünen längsstreifen die funktion der abschreckung von feinden. in einer späteren phase machte das ehemals farbenprächtige kleid einer kombination aus mausgrau und nachtschwarz platz. das hilft dem homo volleyballensis, unauffällig zu bleiben und seine gegner einzuschläfern. die grauschwarze epoche war von einer deutlich erhöhten transpiration der homii volleyballensii begleitet. ein besonders markanter und vor allem einzigartiger, allerdings wahrscheinlich vom aussterben bedrohter ableger ist der homo volleyballensis mlakerus. dabei handelt es sich um ein besonders dominantes männchen, das sehr häufig in erhöhten positionen beobachtet werden kann. unruhen in seiner herde bestraft er mit wildem gestikulieren und mit entschuldigenden grunzlauten. nach vorliegenden erkenntnissen kann die gattung homo volleyballensis als gesellige, herumhüpfende meute beschrieben werden, die sich zurecht eine nische in der evolutionsgeschichte des menschen geschaffen hat. ![]() |










